Obwohl der HSV drei Mal in Führung ging, reichte es am Ende wieder nicht zu einem Punktgewinn. Adligenswil gewinnt auswärts auf dem Bogenhüsli mit 4:3.

Als der souveräne Schiedsrichter Deir Pehlül am Sonntagnachmittag nach rund 94 Minuten die Partie abpfiff, blickte man durchgehend in enttäuschte Gesichter der Hildisrieder. Auch Trainer Bosshard wirkte reichlich bedient. Der HSV war nahe am ersten Dreier, doch innerhalb von zwei Minuten gab man fahrlässig den Sieg aus den Händen. Beim anschliessenden Interview mit der Luzerner Zeitung rang Trainer Bosshard um die passenden Worte. «Mir tut es wahnsinnig leid für meine jungen Spieler, die erneut einen grossartigen Kampf ablieferten, alles reinhauten, aber ein weiteres Mal den Platz ohne Punkte verlassen. Wir hätten heute gewinnen müssen. Das ist hart, diese Niederlage zu akzeptieren. Sicherlich war die fehlende Routine ein grosses Manko».

Vor der Begegnung setzte sich der HSV als Ziel den Schwung aus dem Cupspiel gegen Zweitligist FC Schattdorf mitzunehmen; dominant, mutig und zielstrebig aufzutreten. Bereits beim Einlaufen spürte man den grossen Siegeswillen, das Spiel für sich zu entscheiden. Tatsächlich startete der HSV deutlich besser in die Begegnung, wirkte agiler als die Gäste aus Adligenswil. Dennoch gehörte die erste Chance dem FCA. Ein Adligenswiler Spieler drosch den Ball nach einer gut herausgespielten Ballstafette aus kurzer Distanz einige Meter über die Latte. In der 20. Minute entwischte Rafael Krieger im Zentrum, bewahrte kühlen Kopf gegen den herausstürmenden FCA-Torhüter Joshua von Rotz und lupfte den Ball gefühlvoll ins Netz zur 1:0 Führung. Nicht unverdient zu diesem Zeitpunkt. Ein Schuss aus der zweiten Reihe lenkte HSV-Torhüter Heller gerade noch an die Latte. Gleich ein paar Sekundenumdrehungen später sich hätten Raffael Ruckli und Riccardo Strazzella eine optimale Schussposition erarbeitet doch der berühmte «Haken-zu-viel» beendete die Möglichkeit. Dominique Lottenbach netzte stattdessen in der 26. Minute zum 1:1 ein. Das Gegentor zeichnete sich nicht ab, entstand allerdings aus einem erneuten Fehler im Aufbauspiel. Bis zur Pause neutralisierten sich beide Teams im Mittelfeld, kamen nur sporadisch zu Chancen. Pausenstand 1:1.

Nach einer eingehenden Besprechung in der Kabine, kam der HSV bedeutend dynamischer aus der Kabine als die Gäste. Erneut entwischte Rafael Krieger auf der Seite, setzte zu einem trockenen Schuss an und durfte sich erneut als Torschützen feiern lassen. 2:1 für die Platzherren. Der HSV drückte weiter, gefiel mit schnellem Kombinationsspiel und brachte so den Gegner permanent ins Trudeln. Allerdings stellte sich der HSV oftmals sehr naiv an bei den offensiven Vorstössen, spielte den letzten Pass nicht konsequent oder verlor ohne Bedrängnis den Ball durch ein fehlerhaftes Zuspiel im Mittelfeld. Ungeplant dann die beiden Auswechslungen der Aussenverteidiger, welche sich schon in der ersten Halbzeit mit Blessuren herumschlugen. Das brachte kurzzeitig Unruhe in die Defensive. Gewiss keine leichte Situation für Marcel Schmid und Raphael Estermann, die sich zuerst am Spiel orientieren mussten. Adligenswil nützte dies geschickt aus, spielte nun vermehrt über die Seiten. Louis Felder liess die Gäste ein zweites Mal jubeln. 2:2 nach 66 Minuten. Der unermüdliche Roelvis Contreras sorgte mit seiner Schnelligkeit für viel Tempo über aussen. Einer seiner energischen Vorstösse endete mit einem Flachschuss zum 3:2. Deckel drauf und fertig? Denkste! Statt das 4:2 für den HSV erzielte FCA Spieler Louis Felder, auch er mit zwei Toren, das 3:3 nach einem Eckball auf den ersten Pfosten, unter gütiger Mithilfe des in dieser Situation zu wenig präsenten HSV. Der Gegentreffer wäre mit einem besseren Abwehrverhalten zu vermeiden gewesen. Pech für Raffael Ruckli, dessen Abschlussversuch an den Pfosten knallte. Nur eine Minute später befand sich Raffael Ruckli erneut im Mittelpunkt. Er köpfte unglücklich nach einem Eckball den Ball ins eigene Tor. Adligenswil dreht die Partie innerhalb von 2 Minuten. Verzweifelt warf der HSV alles nach vorne, aber die Kräfte liessen zunehmend nach, was zu ungenauem Zuspielen führte. Mit der letzten Aktion köpfte zwar der omnipräsente Ruckli nach einer Flanke den Ball in Richtung Tor, jedoch viel zu ungenau. Torhüter von Rotz fing den Ball sicher. Abpfiff. Erneut also belohnte sich der HSV nicht für eine engagierte Leistung. Mithalten kann die Mannschaft ohne Probleme. Was fehlt ist die Konstanz und Routine ein solches Spiel über die Runden zu bringen. Daher gewiss kein Vorwurf gegenüber der jungen Truppe. Auf geht’s, HSV!