Sechstes Spiel, sechste Niederlage. Beim ESC Erstfeld blieb das Eis erneut ohne Punkte.

Nach einer dürftigen Leistung beim Heimspiel gegen Horw versuchte der HSV auswärts in Erstfeld ein positives Zeichen zu setzen. Im Vorfeld musste Trainer Bosshard auf einige wichtige Spieler verzichten. Riccardo Strazzella rückte ins Sturmzentrum. Noah Villiger nahm den Platz neben Marcel Wiederkehr ein. Kilian Burkart besetzt die 10er-Position. Joel Lang ersetzte Diego Heller, der ein Aufgebot bei der U17 beim FC Luzern erhielt. Erstfeld drückte in den ersten Minuten ordentlich aufs Gaspedal, setzte den HSV früh unter Druck. Bereits einige Sekunden nach Anpfiff erhielt der ESC den ersten Eckball zugesprochen. Der Ball rauschte gefährlich nah am Tor vorbei. Vorerst fand der HSV kein probates Mittel, sich aus der Umklammerung zu befreien. In der 5. Minute köpfte der ESC zur verdienten Führung. Die Reaktion erfolgte postwendend: Joel Krieger tankte sich auf der Seite durch, bediente den herbeieilenden Riccardo Strazzella in der «Box», der die Hereingabe nur haarscharf verpasste. 13 Minuten waren gespielt als Erstfeld wieder einer seiner energisch vorgetragenen Vorstösse zum 2:0 verwertete. Der HSV kämpfe, ackerte und versuchte dagegen zu halten. Bei Erstfeld spürte man deutlich, dass es sich um eine 3.-Liga-erprobte und eingespielte Mannschaft handelte, die mit viel Dynamik agierte. In zahlreichen Situationen agierte der HSV zu naiv, verlor wichtige Zweikämpfe oder stand zu weit weg von den Gegenspielern. Ein berechtigter Penaltypfiff erfolgte in der 26. Minute. Folgerichtig blieben Diskussionen über die Entscheidung des Unparteiischen aus. Torhüter Joel Lang erahnte die richtige Ecke, konnte jedoch gegen den Schuss nichts ausrichten - 3:0 für die den ESC. Vor dem Pausenpfiff zeigte Riccardo Strazzella seine technischen Finessen als er einen Ball gefühlvoll über den ESC Torhüter lüpfte. Ein sehenswerter Treffer. Mit dem 3:1 verabschiedeten sich die Spieler bei nasskaltem Wetter in die Kabine.

Die zweite Halbzeit zeigte ein leicht verändertes Bild. Erstfeld nicht mehr so zwingend wie im ersten Durchgang, der HSV nun mit ausgeglichenen Spielanteilen. Pech für die Gäste, als ein Erstfelder Spieler in der 53. Minute kurz nach dem Mittelkreis den Ball zu einem perfekten Weitschuss über den sehr weit aufgerückten Torhüter Joel Lang ansetzte. Vielleicht sogar das «Tor des Spiels». Der HSV gab trotzdem zu keinem Zeitpunkt auf, kam zu verschiedenen Abschlussmöglichkeiten. Roelvis Contreras, Raphael Krieger und Riccardo Strazzella verpassten teilweise den idealen Abschlussmoment im Strafraum. Auch Erstfeld hätte ein weiteres Tor erzielen können. Der eingewechselte Silas Gumann hatte viel Pech, als sein abgefälschter Schuss an den Pfosten klatschte. Aufregung dann in den Schlussminuten. Einerseits unterliess es der Schiedsrichter, für das eine oder andere (taktische) Foul im gleichen Masse die Karten zu verteilen, andererseits wurde dem HSV ein berechtigter Penalty verweigert - die gleiche Aktion hatte zuvor zu einem Elfmeterentscheid geführt. Selbstverständlich war dies beim Stand von 4:1 nicht spielendscheidend, aber man sollte doch fairerweise über die gesamte Spieldauer mit der gleichen Linie pfeifen. Verständlich also, nervte man sich beim HSV über die inkonsequente Haltung. Grundsätzlich ein positives Signal für die intakte Moral, dass man sich bei einem deutlichen Rückstand nicht hängen lässt und bis zur letzten Minute ackert. Auch wenn die Emotionen dabei am Ende kurzzeitig überkochten, wobei das Heimteam daran auch nicht völlig unbeteiligt war. Wie heisst es so schön: Siege, aber triumphiere nicht!

Für den HSV geht es am Dienstag mit der Cuppartie gegen Schattdorf weiter. Der Zweitligist schob sich nach dem Wochenende auf den dritten Platz vor und dürfte somit ein sehr harter Brocken sein, um die Sensation zu bewerkstelligen.