Die Bosshard Elf spielte zuletzt einen ganz ordentlichen Fussball und bestätigte dies gegen den FC Meggen bis zur 70. Minute hervorragend. Die Partie gegen Horw dagegen muss man als bisher schwächste Leistung abhaken. Wenig bis gar nichts lief zusammen.

Etwas enttäuschend der Zuschauerauflauf am Samstagabend um 17.30 Uhr. Nur gerade rund 100 Zuschauer verirrten sich auf das Bogenhüsli. Positiv hingegen zu bewerten ist das tiefe Durchschnittsalter der Startelf gegen Horw, welches bei 20.8 lag! Somit dürfte wohl kaum ein anderes 3. Liga Team eine jüngere Mannschaft stellen. Auch auf der Ersatzbank war das durchschnittliche Alter nicht viel höher. Nie zuvor in der HSV-Geschichte gab es ein jüngeres Fanionteam. Horw, sehr offensiv eingestellt, setzte bereits nach 15 Sekunden mit einem Eckball ein deutliches Zeichen, in welche Richtung das Spiel gehen sollte. Der HSV wirkte mental nicht ganz auf der Höhe, kam viel zu spät in die Zweikämpfe. Nicht erstaunlich daher, dass viele offensive Bemühungen irgendwo im Nirgendwo an der Seitenlinie verpufften. Grundsätzlich ein sehr zerfahrenes Spiel. Horw rannte an, der HSV verteidigte tapfer, kam jedoch selbst kein einziges Mal gefährlich vor das Gehäuse des Gästetorhüters. Mehrere Male rettete Torhüter Diego Heller auf der Linie, bewahrte sein Team vor einem grösseren Rückstand. Immerhin konnte Hildisrieden den knappen Rückstand in die Pause retten. Mehr Erbauliches gab es von der ersten Halbzeit nicht zu berichten, ausser vielleicht dem erneut vorbildlichen und leidenschaftlichen Einsatz aller Beteiligten. Spielerisch war das eindeutig zu wenig.

Wie verwandelt kam der HSV aus der Kabine, setzte nun gezielt Nadelstiche im offensiven Bereich. Marco Capasso kam in der 51. Minute im Strafraum zu Fall. Er verletzte sich bei dieser Aktion am Knie und musste ausgewechselt werden. Raffael Ruckli verwandelte den fälligen Elfmeter sicher zum etwas überraschenden Ausgleich. Der HSV blieb am Drücker. Eine sehenswerte Ballstafette landete in den Füssen von Raffael Ruckli, der allein vor Torhüter Robin Ming auftauchte. Sein Abschlussversuch war zu überhastet. Ming blieb Sieger, parierte bravourös. Gleich im Gegenzug verwertete Fabio Lötscher aus kurzer Distanz zur 2:1-Führung für die Gäste. Bitterer hätte es in diesem Moment nicht laufen können. Horw setzte nach. Adrian Vögtli entwischte der HSV-Abwehr, netzte zum 3:1 ein. Wiederum im Gegenzug, dieses Mal durch den HSV, verzog Fabio Ruckli aus kurzer Distanz. Ein paar Sekunden später verpasste erneut der HSV aus einer aussichtsreichen Position. Bisher entschädigte die zweite Halbzeit für lauen 45 Minuten im ersten Durchgang. Spektakel pur - das Spiel wog hin und her. Die vorzeitige Entscheidung fiel schlussendlich in der 76. Minute. Daniel Blum erzielte das 4:1. Das letzte Tor der Partie durfte sich Severin Gut notieren lassen. Horw ging als verdienter Sieger hervor. Vom HSV kam vor allem in der ersten Halbzeit viel zu wenig. Horw wirkte frischer, präsenter und zielstrebiger.

Für Trainer Simon Bosshard gab es übrigens vor der Begegnung ein Wiedersehen mit seinem ehemaligen Co-Trainer Gazmed Rexhaj, der nun als Spieler beim FC Horw agiert. Weniger gross hingegen seine Freude über die gezeigte Leistung. «Heute lief wenig bis gar nichts zusammen. Ausser Torhüter Diego Heller erreichte keiner meiner Spieler seine Normalform. Wir haben uns viel vorgenommen, aber leider wenig umgesetzt. Jetzt braucht es gegen Erstfeld eine gewaltige Reaktion. Die wird mit Sicherheit kommen. Wir versuchen es dem ESC Erstfeld so schwer wie möglich zu machen, versuchen gleichzeitig endlich die ersten Punkte einzufahren». Der HSV bleibt am Tabellenende kleben. Es «klemmt» noch an vielen Orten aber am seit Sommer eingeschlagenen Weg hält man konsequent fest, unabhängig der Resultate. Der sehr jungen Mannschaft gehört die Zukunft.