Der Tabellenführer aus dem Seetal hatte wahrscheinlich schon die Aufstiegsfeier geplant. Ein Punkt auf dem Bogenhüsli hätte dem FC Hitzkirch gereicht, um den 1. Platz und damit den Aufstieg in die 4. Liga rechnerisch dingfest zu machen. Doch das Zwöi hatte eigene Ambitionen – mit einem Dreier weg vom Tabellenende!

 

„Letzter gegen Erster“, diese Affiche zeigte sich symbolisch bereits vor dem Anpfiff. Während die Gäste schon in Vollversammlung vor dem Clubhaus warteten, trafen die ersten Zwöi-Spieler pünktlich um 16:30 Uhr ein. Es dauerte eine weitere halbe Stunde, bis endlich auch das Dress den Weg ins Bogenhüsli gefunden hatte. Zu diesem Zeitpunkt waren die Hitzkircher längst in Spielmontur und hatten den Rasen inspiziert.

Durch das verkürzte Einwärmen verfügte HSV II bei Spielbeginn und heissen Temperaturen noch über so viel Energie, dass man dem Gegner gleich den Tarif durchgeben konnte. Nach Ablauf der ersten halben Stunde führte Höudi dank den Gebrüdern Thaqi mit 2:0 und hätte mit etwas mehr Nervenstärke vor dem Tor noch deutlich höher führen können. Stattdessen kam der Tabellenführer noch vor der Pause nach einem Standard glücklich zum Anschlusstreffer.

Nach dem Seitenwechsel kam die Höudi-Abwehr erstmals etwas ins Wanken, doch in dieser Phase konnte sich Aushilfskeeper Sepp vom Drüü beweisen und das 2:1 halten. Nach einer deutlich hörbaren Ansage von Spielertrainer Aebi, jemand – ob Mit- oder Gegenspieler, ist unklar – solle „doch bitteschön ruhig sein“ (ungefährer Wortlaut), sah sich der Schiedsrichter genötigt, ihm die zweite gelbe Karte zu zeigen. Die letzte halbe Stunde musste das Zwöi somit in Unterzahl bestreiten. Dementsprechend konzentrierte man sich auf die Defensivarbeit, Entlastung gab es selten. Einen vielversprechenden Freistoss zwirbelte Werni nur hauchdünn am Lattenkreuz Scheunendach vorbei. Die Hitzkircher ihrerseits wurden trotz der numerischen Überlegenheit kaum gefährlich und konzentrierten sich vornehmlich darauf, keine weiteren, möglicherweise entscheidenden Strafpunkte zu kassieren. Fünf Minuten vor dem Ende gelang Puch mit einem abgebrühten Abschluss nach einem Prellball die Entscheidung in diesem Derby.

Mit diesem 3:1-Erfolg – dem ersten Heimsieg der Saison! – übergibt HSV II die rote Laterne definitiv an Triengen und hat mit einem Sieg im abschliessenden Spiel am Mittwoch gegen Sursee gar die Chance, noch einen oder zwei Plätze gutzumachen.