Etwa zwei Monate vor dem Lager erhielt ich von Christian Luterbach die Anfrage, ob ich als Leiter ins Fussballlager mitgehen möchte. Natürlich habe ich das bejaht, war aber dennoch leicht verwirrt. Kann ein solches Lager während der Coronakrise wirklich stattfinden? Diese Frage kann ich mittlerweile problemlos beantworten. Natürlich geht das! Einfacher machte es die Premiere als Lagervater von Christian Luterbach allerdings auch nicht.

Am Sonntag 02.08.2020 fuhren 30 motivierte G- bis C-Junioren nach Lenzburg in die Lagerunterkunft. Bereits wenige Minuten nach Ankunft wurde ein erstes Mal trainiert und am Abend waren dementsprechend alle ein erstes Mal ausgepowert. Von Schlafengehen war aber noch lange keine Rede. Die Junioren wurden in ihre Lagerolympiaden Gruppe eingeteilt und versuchten im folgenden Fussballturnier die ersten wichtigen Punkte zu sammeln.

Am Montag wurde das Trainieren zu einer regnerischen Angelegenheit. Am Morgen ging es gerade noch, am Nachmittag wurde der Regen so stark, dass die G-, F-, und E-Junioren ihre Trainingseinheiten abbrechen mussten. Nur die D- und C- Junioren durften ihre Trainings auch in sehr starkem Regen beenden. An diesem Abend folgte wieder ein kleines Turnier der Lagerolympiade. Die Junioren versuchten sich als Unihockeyspieler und kämpften auch hierbei um wichtige Punkte. Damit nicht nur die spielerischen Fertigkeiten belohnt wurden, bewältigten die Gruppen gleichzeitig einen Eierlaufparcour, bei dem ein «Ei» (damit es keine Sauereien gab, bevorzugten wir ein Tischtennisball) auf einem Löffel balanciert und dabei Hindernisse überwunden werden mussten.

Nach einer weiteren sehr regnerischen Nacht wurden dienstags tatsächlich alle Fussballplätze gesperrt. Für unser Lager war das doppelt bitter. Erstens konnten wir nur schwer trainieren und zweitens wurde das Testspiel der B-Junioren abgesagt. Ziemliches Pech, denn die jüngeren Junioren hätten sich sicherlich über einen Sieg ihrer älteren Vereinskollegen gefreut.
Da wir nun aber trotzdem trainieren wollten, fand dieses für die Jüngeren in der Halle statt. Bei den D- und C-Junioren stand Laufschule auf dem Programm. Das bedeutet, dass sie eine neue Lauftechnik lernen, um sehr viel schneller zu rennen. Unbestritten kann diese Technik zum Erfolg führen, jedoch sahen sehr viele Übungen schlicht und einfach dämlich aus. Trainer Bucher Luki bemerkte dies zu spät und wurde deshalb ein wenig ausgelacht. Kurzerhand wurde aus der Laufschule dann ein Konditionstraining. Tja.

Am Nachmittag stand ein Lager-Völkerball und Brennball auf dem Plan, wobei Team «Mega Guet» und das sehr kreative Team «Gruppe 2» ohne Gewinner und Verlierer vom Feld gingen. Am folgenden Casinoabend konnten die Junioren ihr Glück bei Blackjack oder Roulette versuchen, um am meisten Chips für Ihre Lagerolympiagruppe zu sammeln. Auch andere Spiele wie das klassische Schere-Stein-Papier oder die Bottle Flip Challenge wurden gegeneinander gespielt, vor allem weil die Chipsbank, geführt durch die Leiter, langsam von den Junioren abgezockt wurde und sie geschlossen werden musste.

Glücklicherweise spielte uns nun auch langsam das Wetter in die Karten und am Mittwoch konnte das Training fast wie geplant weitergehen. Aber nur fast. Denn zur Freude der Junioren empfing Luterbach an diesem Vormittag zwei FCL Spieler, zum einen Vereinslegende David Zibung und zum anderen den Youngster Lorik Emini. Diese zwei ausgesprochen sympathischen Profis wurden dann mit allerlei Fragen durchlöchert. Zibung musste sogar einmal die Frage beantworten, ob er ein Aquarium Zuhause hat. Hat er übrigens nicht. Dafür zwei Pferde. Nach dieser Fragerunde wurden noch diverse Autogramme verteilt, bevor sich der Besuch langsam wieder auf den Weg machte.
Am Nachmittag wurde das langsam sehr schöne Wetter für eine Wanderung genutzt und wir konnten Lenzburg ein wenig besser kennenlernen. Am Abend wurde für uns am Fünfweier vom überragenden Küchenteam grilliert. Heute hatten die erschöpften Junioren keine Mühe mit einschlafen.

Donnerstags genossen Junioren und Trainer ihre letzten Trainingseinheiten. Das Lager wendete sich langsam dem Ende zu und am besten konnte man diese letzten stressfreien Stunden vor dem zusammenpacken und putzen in der Badi verbringen.
Am Abend schauten wir alle zusammen das Cup-Viertelfinalspiel des FC Luzerns an. Leider standen weder Zibung, noch der verletzte ausgefallene Emini auf dem Platz.

Über den Freitag bleibt nicht mehr viel zu schreiben. Gemeinsam reinigten wir das Lagerhaus und begaben uns langsam aber sicher wieder Richtung Hildisrieden, wo die Junioren bereits von ihren Familien erwartet wurden. Und ich denke, auch die Junioren freuten sich insgeheim wieder auf ihre Familien.

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